Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg

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Inhalt: Historie

Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung des Mains als Wasserstraße wurde bereits im Rahmen der Expansion des römischen Reiches erkannt. Etwa 100 n. Chr. war der Main auf ca. 50 km der "nasse Limes". Erste Uferbefestigungsarbeiten können aus dieser Zeit nachgewiesen werden. Im Mittelalter verdankten zahlreiche Siedlungen entlang des Mains ihre wirtschaftliche Entwicklung der Schifffahrt.

In der Zeit der Industrialisierung wuchs das Bedürfnis, Waren in großen Mengen kostengünstig zu transportieren. Das Schiff war bis zur Erfindung der Eisenbahn das einzige Transportmittel, das diese Aufgabe wirtschaftlich erfüllen konnte. So kam es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer ganzen Reihe von großen Wasserbauprojekten. Der Bau des Ludwig-Donau-Main-Kanals von Kelheim nach Bamberg in den Jahren 1836 bis 1846 sticht besonders hervor. In dieser Zeit wuchs auch das Interesse an einer weiteren Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse auf dem Main.

Am 6. Februar 1846 beschlossen die Regierungen von Bayern, Hessen, Nassau und Frankfurt, die Schiffbarkeit des Mains durch eine Mittelwasser-Regulierung zu verbessern. Die geringe Wasserführung des Mains während der Sommermonate verhinderte, dass das Ziel einer ganzjährigen Fahrrinnentiefe von etwa 80 cm erreicht werden konnte. Mit Hilfe von Buhnen und Parallelwerken wurde der Flussquerschnitt eingeengt, um auf diese Weise bei niedrigen Abflüssen eine größere Wassertiefe zu erhalten.

Als im Jahr 1866 Preußen Mainanlieger wurde, gewann der Main als Transportweg weiter an Bedeutung. Unter der Führung Preußens vereinbarten Bayern, Baden, Hessen und die Freie Reichsstadt Frankfurt 1883 den Bau von Staustufen zwischen der Mündung und Frankfurt. 1886 wurde der neue Verkehrsweg mit 5 Staustufen eröffnet. Das Transportaufkommen auf dem Main stieg enorm an, so dass die Schleusenanlagen schon nach wenigen Jahren erweitert und weitere Staustufen gebaut wurden. 1920 erreichte man Aschaffenburg, 1940 Würzburg und - nach kriegsbedingter Unterbrechung - 1962 Bamberg. Die besonders stark befahrene Untermainstrecke wurde in den 30er Jahren modernisiert, die Strecke Offenbach - Aschaffenburg mit dem Neubau der Staustufen Kleinostheim, Krotzenburg und Mühlheim von 1966 bis 1987. Heute befinden sich 34 Staustufen im schiffbaren Main.

Der Ausbau des Mains zwischen Würzburg und Bamberg erfolgte in den Jahren 1946 bis 1962. Damals wurde eine 36 m breite und 2,50 m tiefe Fahrrinne hergestellt.

Historische Entwicklung des Mainausbaus Abbildung: "Historische Entwicklung des Mainausbaus"